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Start Restaurierung einer Giulia
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Das Jahr 2010 ist fast zuende und der Sturm an Bestellungen ist vorbei. Alle Maschinen sind geprüft, verpackt und ausgeliefert. Alle Mühlen sind eingemahlen und eingestellt und ebenfalls auf dem Weg zu den neuen Besitzern. Und das ist der rechte Zeitpunkt eine Giulia zu restaurieren.

Ein espresso-unkundiger DPD-Fahrer hatte die Maschine etwas unsanft abgestellt - so sehr dass sich sogar das dicke Stahlchassis verbogen hatte. Dem Kunden habe wir eine neue Maschine geschickt und diese kam dann zu uns zurück. Und nun ist es Zeit sie wiederzubeleben. In der Regel ist das kein Problem weil es nur das Chassis trifft.

 

 

Man muss sagen dass DPD bisher nur 7 Maschinen von einigen Hundert so zurückgeliefert hat.

 

Also nehme ich erst einmal hinten den Tank ab um etwas mehr Freiheit zu bekommen:

 

 

Dann löse ich die Anschlüsse vorne:

 

 

Nun kann ich die schwere Brühgruppe der E61-Maschine abnehmen.

 

 

Dann mache ich mich daran vorsichtig die Elemente der Frontplatte abzuschrauben.

 

 

Schlussendlich löse ich innen unter dem Kessel den mittigen Ablauf des Entlüftungsventiles um die Frontplatte ganz abnehmen zu können.

 

 

Und schon ist die schöne Frontplatte abnehmbar:

 

 

Nun werden die Teile der Frontplatte und die Platte selber aus dem Arbeitsbereich entfernt.

 

 

Jetzt muss das Innenleben der Giulia möglichst komplett vom Chassis gelöst werden. Wenn man es richtig anstellt sind nur die Kabeldurchführungen zu lösen und dann kann man das Chassis abtrennen.

 

 

Und das bleibt dann übrig: eine rückgratlose Giulia:

 

 

 

 

Nun heisst es den Patienten wieder aufzubauen und ich beginne mit der Front.

Das hier geht leicht und macht Spass weil man die Erfolge sieht. Es ist nicht so destruktiv wie die vorangegangene Leichenfledderei :).

 

 

Dann folgt das Innenleben wobei es hier schon etwas knifflig ist, denn alles muss ja wieder seinen Platz finden und Kabel dürfen nicht verdrückt werden. Beim Hereinschrauben der Anschlüsse innen empfiehlt es sich gleich kräftig festzuziehen, denn wenn die Maschine heiss ist, dann ist das Abdichten von Lecks nicht immer so die reine Freude.

 

 

Das klappt aber meist ganz gut und im Anschluss muss man ganz genau schauen ob man in dem 'Gewirr' nicht was vergessen hat zu verbinden.

Und wenn man dann etwas findet, dann ist das die Garantie dafür, dass sonst alles passt. Alternativ darf auch eine Schraube übrigbleiben, von der man keine Ahnung hat wo die eigentlich hinkommt :)

 

Ich hatte den Anschluss des Anti-Vakuumventiles vergessen:

 

 

Da nun schon alles montiert war und das Dingens unter den Kessel gehört, musste ich hier noch einmal 5 Minuten Aufwand betreiben (aber selber Schuld). Glücklicherweise kann man die Elekrtonikeinheit nach unten herausnehmen und bekommt Zugang zu der gewünschten Stelle.

 

So, nun passt es und sieht wieder nach der guten Giulia aus:

 

 

Bis hierher war es reine Schrauberei und die durchdachte Konstruktion der Giulia macht es einem nicht all zu schwer.

 

Aber laufen muss sie auch und das ist immer der spannende Moment. Also installiere ich den Tank und greife mir das Brühdruckmanometer mit Blindsieb. Ich verbinde die Giulia mit dem Netz und schalte an. Ganz vorschriftsmäßig geht das obere Lämpchen an und die Wasserstandsanzeige bleibt aus (obwohl genug Wasser im Tank ist). Das ist absolut richtig, denn die Maschine beginnt erst einmal den Kessel zu befüllen.

Nachdem 1 Liter aus dem Tank in den Kessel befördert wurden, muss jetzt nur noch das Aufheizen auf ca. 1,1- 1,2 bar erfolgen und dann war es dass schon fast.

 

Und sie heizt korrekt auf und bei knapp 1,2 kommt das Kesselmanometer zum Stehen. Nun schaue ich mit dem Blindsieb ob es Undichtigkeiten gibt und (ganz zu meiner großen Freude) ist nichts zu entdecken!

 

 

Und das ist sie dann wieder. Die neue Giulia - vollständig vom Hexenschuss genesen:

 

 

Was noch beim Säubern aufgefallen ist:

Links unten am Gehäuse gibt es kleine Verfärbungen.

 

 

Ich muss mal schauen ob die abgehen und rechts am Gehäuse ist im Gegenlicht so etwas wie ein leichter Kratzer zu ... vermuten. Aber das reicht erst einmal für heute.

 

Etwas mehr als 3 Stunden hat es gedauert und gut ist es geworden.

 

Die Maschine ist verkauft.